Der Künstler
Kennzeichnend für das
Werk des Bildhauers Ludwig Dinnendahl ist sein differenzierter Umgang
mit Raum, Form und Material, mit dem auf unterschiedlichste Art und
Weise Grundbedingungen menschlichen Seins in der Welt jenseits funktioneller
Sachzwänge zur Debatte gestellt werden: als plastische Modulation
des flutenden Leerraumes oder als nüchtern-klar umbautes Innenvolumen.
In der Interaktion zwischen dem Material, seinen Gesetzlichkeiten
und dem auf Konstruktion beruhenden Arbeitsprozess einerseits und
dem Hervorrufen von Assoziationen sowie der Aktivierung des Betrachters
mit ästhetischen Mitteln anderseits liegt für Ludwig Dinnendahl der
Anreiz der bildhauerischen Bearbeitung.
Die Eigenheit seines künstlerischen Schaffens liegt darin begründet,
aus einem Reservoir von Elementarformen organische Ganzheiten zu bilden,
die als ausgewogene, bewegte, bildhauerische Konstruktionen die Schwere
des Materials, seine Härte und Festigkeit unterlaufen. So verbindet
sich in seinen beiden in Gravenhorst gezeigten Werken das feste Fundament
aus Stein harmonisch mit dem hochragenden Aufbau aus Holz; dadurch
wird ein räumlicher Zusammenhang klar definiert.
Dinnendahls Arbeiten verdeutlichen den Dialog zwischen abstrakter
Konstruktion und konkreter Bezugnahme im Werk selbst.
Zum einen handelt es sich bei seinen Arbeiten um abstrakt anmutende
Plastiken, die ihren Formenkanon im Zeichen skulpturaler Eigengesetzlichkeit
und Schönheit aus Bewegung, Raumkonstruktion und einem Proportionssystem
heraus entwickeln.
Auf der anderen Seite reflektieren und assoziieren die konstruktiv-architekturalen
Elemente Entstehungsprozesse von Natur und Landschaft.
So wirken die Plastiken Ludwig Dinnendahls über die materiale Erscheinungsweise
hinaus metaphorisch und stoßen in existentiell-visionäre Dimensionen
vor.
Dr. Andrea Brockmann
Lebenslauf von Ludwig Dinnendahl
| 1941 | geboren in Dingden |
| 1957 - 1960 | Steinbildhauerlehre |
| 1960 - 1962 | Studium bei Alfred Sabisch, Kalkar |
| 1962 - 1963 | Hochschule für Bildende Künste in Frankfurt/Main bei Prof. Hans Mettel |
| 1963 - 1966 | Studium an der Staatlichen Kunst- und Werkschule in Pforzheim bei Prof. Willi Seidel und Prof. Karl Schollmeyer |
| 1974 - 1976 | Lehrauftrag an der Fachhochschule für Design in Münster, Bereich "Plastisches Gestalten" |
| 1974 - 2006 | Kunsterzieher an der Städtischen Realschule in Oelde |
| Mitgliedschaften Deutscher Künstlerbund Westdeutscher Künstlerbund Westfälischer Künstlerbund Dortmund Kreiskunstverein Beckum-Warendorf |